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Hügelbeet anlegen – mit praktischer Anleitung

Ein Hügelbeet ist perfekt, um bereits früh in der Gartensaison Gemüse anzupflanzen. Erfahren Sie, wie Sie Ihr eigenes Hügelbeet anlegen!

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Übersicht: Wie Sie ein Hügelbeet anlegen

  • Ein Hügelbeet besteht aus mehreren Schichten organischen Materials
  • Es lassen sich Schnitt- und Pflanzenreste weiterverwerten
  • Der beste Zeitpunkt zum Anlegen ist der Herbst, der beste zum Anpflanzen das Frühjahr
  • Auf Ost-West-Ausrichtung achten
  • Umrandung mit Steinen sowie Gestaltung als Sichtschutz möglich 

Ein Hügelbeet hält etwa 4 bis 6 Jahre lang. Danach haben sich die Äste im Inneren zersetzt und die Form ist so weit abgesackt, dass Sie ein neues Hügelbeet an einer anderen Stelle anlegen sollten.

Im ersten Jahr sollten Sie Starkzehrer anpflanzen, also Pflanzen mit einem hohen Nährstoffbedarf, die viel Stickstoff aus dem Boden ziehen. Dazu gehören zum Beispiel Kohlgewächse, Gurken, Kürbis und Tomaten.

Um ein Hügelbeet zu bepflanzen, kommen viele verschiedene Gemüse- und Kräuterarten infrage.

Durch die schrägen Seiten ist die Anbaufläche auf einem Hügelbeet größer als bei einem ebenerdigen Beet. Sie können also mehr Gemüse und Wintergemüse ernten.

Zudem erwärmt sich ein Hügelbeet schneller, da die Sonnenstrahlen in einem steileren Winkel auftreffen. Auch das organische Material setzt Wärme frei, sodass Sie früher ernten können.  

Die Vorteile eines Hügelbeets

Ein Hügelbeet ist ein Gartenbeet, in dem mehrere Schichten organischen Materials wie Äste, Schnittgut und Kompost systematisch aufgefüllt werden – vergleichbar mit einem Hochbeet. Es wartet aber mit ganz eigenen Vorzügen auf:

Eine Frau mit Arbeitshandschuhen schneidet Pflanzen auf einem Hügelbeet mit einer STIHL Gartenschere 

Ein regelmäßiger Schnitt hält das Hügelbeet gepflegt.

Die Hügelform mit ihren schräg abfallenden Seiten vergrößert die Anbaufläche, ohne mehr Platz im Garten zu beanspruchen. Dadurch fügt sich das Beet auch in einen kleinen Garten harmonisch ein.

Anfallende Gartenabfälle, wie zum Beispiel Schnitt- und Pflanzenreste, lassen sich im Beet außerdem sinnvoll weiterverwerten. Das ermöglicht ein naturnahes, nachhaltiges Gärtnern.

Durch den Abbau von organischem Material wird Wärme freigesetzt, was besonders in Regionen mit langen Wintern einen klaren Vorteil bietet: Die Gemüsesaison lässt sich bereits 2 bis 3 Wochen eher starten als auf dem Freiland.  

Vorbereitung für das Hügelbeet

Bevor Sie ein Hügelbeet anlegen, sollten Sie einige Punkte bedenken – vor allem der richtige Zeitpunkt, die Ausrichtung und die Größe sollten bekannt sein. Außerdem sollten Sie sich geeignetes Material und Werkzeug sowie eine Schutzausrüstung bereitlegen, um reibungslos mit der Arbeit starten zu können

Drohnenaufnahme der Materialien und Werkzeuge für das Hügelbeet
Für den Bau des Hügelbeets liegt alles parat.

Das folgende Material dient als Grundlage:

  • Äste und Häckselgut
  • Stroh oder Laub
  • Rasensoden von der Grundfläche
  • Grober und feiner Kompost

Legen Sie sich außerdem gleich hochwertiges, gereinigtes Werkzeug und das entsprechende Zubehör bereit:

Werkzeug 

Zubehör

  • Metermaß
  • Schnur (z. B. aus Hanf)
  • Kleine, nicht zu dicke Holzpflöcke
  • Gummihammer
  • Schlauch mit Brause 

Die Arbeit mit starken Geräten macht Freude und lässt Sie über sich hinauswachsen. Gut, wenn Sie dabei auf eine wirkungsvolle und sichere Schutzkleidung setzen können. Tragen Sie beim Arbeiten mit den Geräten von STIHL immer Ihre persönliche Schutzausrüstung. Details erfahren Sie in der Bedienungsanleitung für Ihr Produkt. Machen Sie sich vor dem ersten Arbeitseinsatz gründlich mit Ihrem Gerät vertraut und stellen Sie vor jedem Einsatz sicher, dass Ihr Gerät in einwandfreiem Zustand ist.

Ihr STIHL Fachhandel bereitet auf Wunsch jedes Gerät für den ersten Einsatz vor und berät Sie bezüglich der Schutzkleidung zu Modellen und Größen, die Sie in aller Ruhe anprobieren können. Denken Sie bitte daran, dass eine persönliche Schutzausrüstung kein Ersatz für eine sichere Arbeitstechnik ist.

Die beste Zeit zum Anlegen

Die beste Jahreszeit zum Anlegen eines Hügelbeets ist der Herbst. So können sich die aufgeschichteten Lagen bis zum Anpflanzen im März oder April setzen. Es ist aber auch möglich, es direkt im Frühjahr zu bauen.

Ausrichtung

Wenn Sie ein Hügelbeet anlegen, sollten Sie auf eine Nord-Süd-Ausrichtung achten, damit alle Seiten genügend Licht bekommen. Achten Sie darauf, dass das Beet mindestens 5 bis 6 Stunden Sonne pro Tag bekommt.

Größe

Das Beet sollte etwa 150 Zentimeter breit, 3 bis 4 Meter lang und 1 Meter hoch sein, damit die Pflanzen darauf genügend Platz haben. 

Aufbau: Hügelbeet anlegen

Ähnlich wie bei der Befüllung eines Hochbeets gibt es auch hier verschiedene Schichten zu beachten. Wir erklären Ihnen Schritt für Schritt, wie der Aufbau des Hügelbeets gelingt:

1. Rasen mähen

Mähen Sie zunächst die Fläche, auf der Sie Ihr Hügelbeet anlegen möchten, auf kurze Höhe ab – zum Beispiel mit einem Akku-Rasenmäher STIHL RMA 448 PV. Den Rasenschnitt sammeln Sie für später in einem Abfallsack.

Eine Frau mäht mit einem Akku-Rasenmäher STIHL RMA 448 PV eine Rasenfläche
Die Fläche für das Hügelbeet wird gemäht.

Außerdem sollten Sie die Fläche ausmessen und mit Pflöcken und Schnur abstecken. Die ideale Größe ist 1,5 Meter breit und 3 bis 4 Meter lang.

Ein Rasen, auf dem eine Fläche mit Pflöcken und Schnur abgesteckt ist
Die Fläche für das Hügelbeet wird markiert.

Stechen Sie die Rasensoden mit Spaten und Schaufel ab und legen Sie sie neben das Beet. Heben Sie anschließend die Fläche 15 bis 20 Zentimeter tief aus – die Erde können Sie auf der Beetseite zwischenlagern.

Eine Person sticht Rasensoden mit einem Spaten aus
Für das Beet werden Rasensoden ausgehoben.

Zerteilen Sie dickere Äste von 5 bis 8 Zentimeter Durchmesser in etwa 30 bis 50 Zentimeter lange Stücke. Dafür eignet sich zum Beispiel der Akku-Gehölzschneider STIHL GTA 26. Schichten Sie die Äste circa 80 Zentimeter breit und 40 Zentimeter hoch in der Mitte des Beetes auf.

Eine Person mit Arbeitsschutzhandschuhen sägt Äste mit einem Akku-Gehölzschneider STIHL GTA 26 in Stücke
Äste werden für das Hügelbeet zerkleinert.

Geben Sie nun den Rasenschnitt aus Schritt 1 zwischen die aufgeschichteten Äste.

Hügelbeet-Fläche mit Ästen und aufgeschüttetem Rasenschnitt
Zwischen die Äste wird Rasenschnitt gegeben.

Zerkleinern Sie das Häckselgut, zum Beispiel dünne Äste und Heckenschnitt, mit einem Häcksler, zum Beispiel mit dem STIHL GHE 250. Schichten Sie es über den Ästen auf und treten Sie es kräftig mit den Füßen fest, um es zu verdichten.

Eine Person gibt Häckselgut auf ein Hügelbeet
Häckselgut wird aufgeschichtet.

Die Rasensoden verteilen Sie nun mit der grünen Seite nach unten auf den Ästen und dem Häckselgut.

Eine Frau verteilt Rasensoden auf dem Hügelbeet
Das Hügelbeet wird mit Rasensoden ergänzt.

Auf die Rasensoden schichten Sie 20 Zentimeter hoch Stroh oder feuchtes Laub.

Hügelbeet mit aufgeschütteter Laubschicht
Auf die Rasensoden folgt Laub im Hügelbeet.

Darüber kommt eine 15 Zentimeter dicke Schicht aus grobem, halbverrottetem Kompost oder verrottetem Stallmist. Eine weitere, 15 bis 25 Zentimeter dicke Kompostschicht häufen Sie direkt darüber auf.

Eine Frau schüttet mit dem Spaten eine Schicht aus grobem Kompost auf das Hügelbeet auf
Die Kompostschichten werden angelegt.

Den Abschluss Ihres Hügelbeets bildet eine Schicht aus der Erde vom Aushub und Kompost im Mischungsverhältnis von circa 1:1, die Sie jetzt nur noch gründlich zu bewässern brauchen. Nach einem Tag Ruhen ist das Hügelbeet auch schon bereit, mit Samen bepflanzt zu werden!

Nahaufnahme einer Schublade mit Erd-Kompost-Mischung, die vor einem Hügelbeet steht
Mit einer Erd-Kompost-Mischung wird abgeschlossen.

Ihre Helfer für den Bau eines Hügelbeets

Hügelbeet: Bewässerung

Schon direkt nachdem Sie Ihr Hügelbeet aufgeschichtet haben, sollten Sie unbedingt auf eine ausreichende Bewässerung achten, um insbesondere die lockere obere Erdschicht nicht austrocknen zu lassen. 

Eine Frau wässert ein Hügelbeet mit einem Gartenschlauch

Formen Sie auf dem Scheitel des Beetes eine mehrere Zentimeter tiefe Rinne, damit Ihre Pflänzchen alles Regen- und Gießwasser aufnehmen können, das sie benötigen. 

Eine Handbreit tiefe Mulde daneben, die Sie mit der Hand ausheben, verhindert zusätzlich, dass das Wasser ungenutzt abfließt.

Um den Wurzeln genügend Feuchtigkeit zuzuführen, eignet sich ein Perlschlauch, der mit seinen feinen Poren eine schonende und gleichmäßige Bewässerung ermöglicht.

Fruchtfolge: Hügelbeet bepflanzen

Einen Tag nach dem Anlegen Ihres Hügelbeets können Sie es bereits bepflanzen. Dazu können Sie Pflanzlöcher ausheben und Jungpflanzen einsetzen oder mit einer Handschaufel horizontal zum Hang Rillen ziehen und Samen in diese säen.

Die Reihen, in die Sie anpflanzen oder aussäen, sollten immer horizontal zum Beet angelegt werden. Dadurch verhindern Sie, dass Gießwasser entlang einer Reihe nach unten abläuft.

Pflanzen, die viel Wasser brauchen, sollten Sie eher im unteren Bereich ansiedeln. Auf der Hügelkrone gedeihen dagegen Tomaten, Auberginen und Paprika am besten.

Nahaufnahme, wie jemand Jungpflanzen in ein Hügelbeet einsetzt
Nun geht es an die Begrünung des Beets.

Zwischen Gemüsesorten, die einen weiten Pflanzabstand haben, zum Beispiel Kohlgewächsen, lassen sich Radieschen, Pflücksalat oder Spinat säen, um die Beetflächen optimal auszunutzen. Bis die Kohlpflanzen groß sind, sind auch die Zwischenkulturen erntereif.

Wenn Sie ein Beet mit Gemüse bepflanzen möchten, ist es von Belang, wann Sie welche Sorten anbauen. Hier haben wir für Sie aufgelistet, wie Sie beim Hügelbeet die Fruchtfolge einhalten können:

  • In den ersten beiden Jahren eignen sich Starkzehrer, also Pflanzen mit einem besonders hohen Nährstoffbedarf, die viel Stickstoff aufnehmen. Dazu zählen Kohlgewächse, Mais, Kürbis, Zucchini, Sellerie, Gurken und Tomaten.
  • Ab dem zweiten Jahr können Sie Mittelzehrer anbauen, zum Beispiel Karotten und Zwiebeln.
  • Ab dem dritten Jahr lassen sich Schwachzehrer pflanzen, die nur wenig Nährstoffe einfordern – dies ist sinnvoll, da der Nährstoffgehalt im Hügelbeet jährlich abnimmt. Zu den Schwachzehrern gehören Feldsalat, Rucola, Knoblauch, Stangenbohnen und Erbsen.

STIHL Tipp

Nicht nur Gemüse, sondern auch Blumen wie Tagetes eignen sich für ein Hügelbeet. Diese sehen nicht nur hübsch aus und haben essbare Blüten, sondern vertreiben auch schädliche Fadenwürmer.

Bepflanztes Hochbeet aus Holzbrettern zum Selberbauen steht im Garten vor einem Haus

Hochbeet bepflanzen – so geht’s

In unserem Ratgeber erfahren Sie, dass sich ähnlich wie ein Hügelbeet auch ein Hochbeet bepflanzen lässt – mit einer Fruchtfolge, die sicherstellt, dass alle Pflanzen genügend Nährstoffe bekommen. 

In unserem Artikel erfahren Sie, mit welchen Schichten Sie Ihr Hochbeet befüllen und was Sie beim Bepflanzen beachten sollten.

Hügelbeet anlegen: Permakultur

Unter Permakultur versteht man eine Anbaumethode, die darauf abzielt, nutzbare, selbsterhaltende Ökosysteme zu erschaffen. Ein Hügelbeet als Permakultur anzulegen und zu bepflanzen, funktioniert, indem alte Gartenabfälle als Nährboden weiterverwendet werden und damit einen neuen Nutzen erhalten. 

Auf zusätzlichen Dünger können Sie verzichten, da der Kompost und gegebenenfalls Stallmist bereits genügend Nährstoffe liefern. 

Bepflanztes Hügelbeet
Verschiedene Gemüsesorten eignen sich fürs Beet.

Umrandung & Nutzung: Ideen

Möchten Sie ein eigenes Beet, zum Beispiel ein Hügelbeet mit Umrandung, individuell gestalten und langfristig pflegen, haben wir einige Tipps und Ideen: 

  • Hügelbeet mit Steinen: Für eine rustikale und ansprechende Umrandung eignen sich zum Beispiel große Natursteine oder alte Ziegelsteine.
  • Hügelbeet als Sichtschutz: Indem Sie Ihr Beet mit hochwachsenden Gräsern als Sichtschutz bepflanzen, schirmen Sie neugierige Blicke ab.
  • Hügelbeet abdecken: Wenn Sie Ihren Garten winterfest machen, sollten Sie das Beet mit einer Plane abdecken, damit die wertvollen Nährstoffe in der Erde bei Schnee oder Dauerregen nicht ausgewaschen werden.

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